2015 im Rückblick

Vielen Dank an alle, die dies möglich gemacht und/oder unterstützt haben. Der Blog war für mich eine neue Erfahrung in 2015 und ich kann nur sagen: Bloggen macht Spaß!

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2015 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Eine Cable Car in San Francisco fasst 60 Personen. Dieses Blog wurde in 2015 etwa 2.400 mal besucht. Eine Cable Car würde etwa 40 Fahrten benötigen um alle Besucher dieses Blogs zu transportieren.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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Ist da wirklich alles so schön? oder auch Abschlussbericht

Ist da wirklich alles so schön ?

In Norwegen ist wirklich vieles schön, ganz besonders die Landschaft und die gelassene Gastfreundschaft der Menschen. Beides bedingt sich anscheinend auch irgendwie. Wenn man alle Bewohner des Ruhrgebiets zusammen nimmt, dann hat man so viele Menschen wie in Norwegen wohnen. Es ist dort also viel mehr Platz für die großartige Landschaft wie man auf dem ein oder anderen Foto in meinem Blog sieht.

Ob ich das nun vermisse? Einerseits fehlt mir schon manchmal diese Stille und Ruhe und das Gefühl ständig mitten in der Natur sein, aber ich bin ganz froh nicht mehr jeden Tag den Berg hoch zu müssen und es gefällt mir auch, dass ich mit Auto, Bus oder Bahn schnell und unkompliziert überall hinfahren kann. Andererseits hat mich diese Zeit gelehrt, die Natur um mich herum wieder deutlicher wahrzunehmen und ich bin angefangen, im Bergischen Land auf Wanderungen zu gehen. Auch wenn viele Norweger mich ganz selbstverständlich danach gefragt haben, so habe ich immer noch nicht vor auszuwandern.

Von der norwegischen Gelassenheit hoffe ich mir ein Stückchen bewahren zu können. Das gelingt mir bisher, also sechs Wochen nach meiner Rückkehr, immer noch gut. Das habe ich also in dieser Zeit in Norwegen gelernt.

Was habe ich in sechs Wochen an einer anderen Schule sonst noch mitnehmen können? Durch tägliches Anwenden habe ich meine Englischkenntnisse festigen und teilweise auch erweitern können. In Norwegen haben die Schüler mit Eintritt in die Schule ab der ersten Klasse Englischunterricht. Zudem werden im Fernsehen und Kino viele Filme oder Serien im englischen Originalton gezeigt. Es entsteht der Eindruck die Norweger lernen Englisch „einfach so“. Dennoch habe ich den norwegischen Schüler/innen verschiedene Aspekte insbesondere Lerntechniken (https://frauhartkopf.wordpress.com/2015/08/27/wie-lerne-ich-vokabeln-circle-training/) nahe bringen können.

Ich habe leider nicht „einfach so“ Norwegisch gelernt sondern mithilfe eines kostenlosen, digitalen Sprachkurses (http://www.ntnu.edu/now). Darüber hinaus habe ich gelernt, die Norweger zu verstehen, nicht nur was sie sagen, sondern auch wie sie ticken. Diese Kenntnisse der Kultur, die man erst durch Erfahrungen vor Ort gewinnt, helfen bei der zukünftigen Zusammenarbeit beider Schulen. Auf einige Punkte, die mir besonders jetzt nach meiner Rückkehr auffallen, bin ich hier (Was ist anders? Was ist gleich? Teil 2) noch näher eingegangen.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich insgesamt sechs Wochen dort in dem Städtchen Egersund in Südwestnorwegen leben und unterrichten konnte. Es war eine erfahrungsreiche und lohnenswerte Zeit. Ich kann nur jedem, der Interesse hat, zu einem solchen Lehraufenthalt raten und ich freue mich, hoffentlich im nächsten Jahr eine Lehrperson aus Egersund zum Austausch in Duisburg begrüßen zu dürfen.

,Was ist anders? Was ist gleich ? – Teil 2

Nun bin ich also schon seit sechs Wochen zurück aus Norwegen, ich unterrichte wieder in Deutschland und bin wieder ganz daheim. Und da sind tatsächlich auch ein paar Dinge, die mir erst jetzt als große Unterschiede auffallen. Zunächst gehe ich auf ein paar Aspekte der Umgangsformen ein und erzähle schließlich etwas über Sprüche, die ich hier in Deutschland gehört habe und die in Norwegen absolut tabu sind.

Dass Norweger sich gerne bedanken bzw. „takk“ sagen, das hört und liest man sehr viel im Internet, aber sie bedanken sich eben auch nicht Für alles (danken).

Es ist allerdings eine gänige Höflichkeitsform takk zu sagen, das zeigt sich auch beim Schreiben von E-Mails. Da sagt der Norweger gerne „takk for i siste“ und meint damit so viel wie, schön dass wir nach dem letzten Mal wieder in Kontakt miteiander sind. Dass es so einen Ausdruck im Deutschen nicht gibt, habe ich einigen verwunderten norwegischen Schülern versucht zu erklären.

Was es wiederum in vielen norwegischen E-Mails nicht gibt, sind indirekte Formulierungen um Bitten oder Anfragen zu stellen. Es scheint eine typisch deutsche Formulierung zu sein, wenn man schreibt: „Wir würden uns über eine positive Rückmeldung von Ihnen sehr freuen.“ oder „Es wäre schön, wenn Sie XY schicken könnten“. In Norwegen ist viel üblicher direkt anzusprechen, was man will und es ist auch überhaupt nicht unhöflich das in wenigen Worten zu sagen. Dann würde es z.B. heißen „Schicken Sie uns XY zu.“

Darüber hinaus wird es in Norwegen positiv und gern gesehen, wenn man Probleme offen anspricht. Nur so kann auch eine Lösung für eine Unstimmigkeit gefunden werden. Es bringt also gar nichts, wenn man aus lauter Höflichkeit sagt, dass man seine Unterkunft gut findet, wenn man tatsächlich meint, dass man in Deutschland besser unterkommen würde. Auf die Frage, ob man eine gute Unterkunft hat, wird also eine ehrliche Antwort erwartet. Es wird nicht erwartet, dass man meckert, sondern ganz konstruktiv sagt, was man im Einzelnen nicht mag an seiner Unterkunft. Dasselbe gilt für Arbeitsaufträge die man erhält. Man sollte es vermeiden den Arbeitsauftrag insgesamt als schlecht oder unmachbar zu beurteilen, sondern genau anmerken, an welchen Punkten man nicht versteht, was gefordert ist. Die Norweger sind sehr hilfsbereit und werden ihr Möglichstes tun, um eine neue Lösung herbeizuführen. Die Devise lautet „Es kann sich nur etwas zum Guten ändern, wenn man das Schlechte anspricht!“.

Wer noch mehr zum Thema kulturelle Unterschiede und Höflichkeit lesen möchte, den kann ich auf diesen Link verweisen hoeflich-vs-unhoeflich-oder-koennen-wir-jetzt-endlich-den-kuchen-anschneiden. Wie man in Norwegen einen Kuchen anschneidet habe ich tatsächlich selbst an meinem letzten Tag in der Schule erlebt und kann diesen Bericht nur bestätigen.

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Zum Abschied gab’s diesen leckeren Kuchen

Der letzte und für mich wirklich größte Unterschied fällt unter das Stichwort „sozialistische Brüderlichkeit“, damit meine ich natürlich auch die „Schwesterlichkeit“. Insbesondere bei pädagogischen Fragen ist mir aufgefallen, dass in Norwegen ein anderes gesellschaftliches System vorherrscht. In Deutschland kann man doch vorwiegend von einem Leistungsprinzip sprechen. Damit meine ich, dass Leistung belohnt wird. In der Schule geschieht dies beispielsweise durch gute Noten, Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche und andere Vorzüge, die leistungsstarke Schüler genießen. Das Leistungsprinzip sieht damit auch eine Form der Selektion vor. Weniger leistungsstarke Schüler fallen dieser Auswahl zum Opfer. Am meisten gestutzt habe ich nach meiner Rückkehr an eine deutsche Schule über Sprüche wie „In der Klasse muss noch aussortiert werden.“, „Da müssen wir noch einige Schüler absägen“.  In Norwegen gilt eher die Devise „Alle werden mitgenommen“ und solche Sprüche sind absolut undenkbar und darüber hinaus absolut unaussprechbar.

Dieser Unterschied ist mir dann auch in meiner Art zu unterrichten aufgefallen. Durch meinen Aufenthalt in Norwegen habe ich mich zurück besinnt auf eine Fortbildung zum Thema „Positiver Unterricht“, die ich im Referendariat in Paderborn erleben konnte. Hier der Link zur Seite der Dozentin, Dr. Dorothea Böhm:  http://www.dorotheaboehm.de/PU_Positiver-Unterricht/

Die dort vermittelten Techniken helfen mir tatsächlich ein Stück „Norwegen“ in Duisburg zu leben.

Wie sieht der Stundenplan für Kaufleute Büromanagement aus?

Stundenplan 2SSSA Service & Adminstration 

Der Stundenplan ist schön kompakt und bleibt mit großer Wahrscheinlichkeit bis zum Februar genau so! Ingesamt sind es 35 Stunden Unterricht die erteilt werden.IMG_2757

Die Schüler dieser Lerngruppe, die sich in einem Bereich ähnlich dem deutschen Büromanagement ausbilden lassen, befinden sich im zweiten Jahr und letzten Jahr ihres schulischen Ausbildungsteils. Danach also im Sommer 2016 geht es in die  zweijährige,betriebliche Ausbildung. Der große Unterschied zum dualen System in Deutschland ist also die zeitliche Trennung von schulischer und räumlicher Ausbildung. Zudem dauert eine Berufsausbildung in Norwegen insgesamt vier anstatt drei Jahren. 

Der Donnerstag im zweiten Berufsschuljahr ist ein „Praktikumstag“. Die Schüler suchen sich das Praktikum selbstständig innerhalb der ersten zwei Wochen des zweiten Berufsschuljahres. Das halbjährige Praktikum wird betreut durch die Lehrer der Schule. Zum Einen erfolgt die Betreuung in einem zweistündigen Unterrichtsfach zur Vor- und Nachbereitung der Praktikumserfahrungen, zum Anderen finden auch Besuche und Gespräche im Praktikumsbetrieb statt.

Der Unterricht endet jeden Tag um 14:40 Uhr, das bedeutet ca. 7 Unterrichtsstunden pro Tag und 35 Stunden Unterricht in der Woche. Hier eine kurze Übersicht zu den erteilten Fächern.

Fach Marketing Administration & Ökonomie Berufsvorbereitung Sicher-heit Gesellschaft und Politik Norwegisch Englisch
Wochenstunden

7

6

2

+ ein Praktikumstag

3

3

2

2

Welche Fächer werden am Ende der  Berufsschulausbildung geprüft?

Anders als im deutschen Berufsausbildungssystem steht in Norwegen nicht zu Beginn der Ausbildung fest, welche Fächer oder Themen in den Abschlussprüfungen getestet werden. Umfangreiche Prüfungen stehen am Ende der zweijährigen Berufsschulzeit und am Ende der vierjährigen Gesamtausbildungszeit an. Norwegisch wird immer geprüft in Form eines schriftlichen Aufsatzes. Daneben gibt es zwei weitere schriftliche Prüfungen und eine mündlich-praktische Prüfung mit Berufsbezug, die per Zufall am Ende der zweijährigen Berufsschulausbildung jedem Prüfling zugewiesen werden. Die Prüfungskommission besteht grundsätzlich aus mindestens einem betroffenen Fachlehrer, der den Schüler kennt, sowie einem unabhängigen, schulfremden Prüfer. Die Schüler erhalten 24 Stunden vor der Prüfung einen Hinweis, welche Themen in den Prüfungen geprüft werden. Sie erhalten somit die Gelegenheit sich gezielt auf Präsentationen oder ähnliche Prüfungszenareien mittels ihrer Unterlagen vorzubereiten. Dann zahlt es sich aus, immer gute Mitschriften im Unterricht angelegt zu haben. Die Abschlussprüfungen nach vier Jahren sowie den betrieblichen Teil aller Berufsausbildungen betreut und begleitet die staatliche Organisation „Opplæringskontor“ (Ausbildungsbüro). Es wäre sicherlich sehr interessant deren Prüfungen einmal als Gast beizuwohnen. 

Ebenfalls sehr interessant ist die Tatsache, dass Fächer wie Englisch nur einmalig mit einer Note erfolgreich abgeschlossen werden müssen, das heißt, wenn ein Schüler die Ausbildung wechselt oder eine neue beginnt, dann muss er nicht zwingend alle Fächer im Klassenverband besuchen. Dennoch könnte Englisch als Prüfungsfach am Ende der Ausbildung oder am Ende der zweijährigen Berufsschulausbildung geprüft werden.

Berufswahl und Berufsausbildung

Für die betriebliche Ausbildung müssen sich die Jugendlichen bei Unternehmen bewerben um einen Ausbildungsplatz mit Ausbildungsvertrag (Lærkontrakt) zu erhalten. Bis jetzt klingt das  noch recht nachvollziehbar, insbesondere ist die Grundannahme, dass eine Berufsausbildung sowohl aus schulischer wie betrieblicher Unterweisung besteht eine Gemeinsamkeit der beiden Ausbildungssysteme in Norwegen und Deutschland.

Anders als in Deutschland besuchen aber alle Jugendlichen, die nicht das Abitur anstreben, die Berufsschule. Da sind viele Jugendliche, die einen konkreten Berufswunsch verfolgen, aber unter anderem auch Jugendliche, die schulmüde sind und keine besonders guten Schulleistungen haben. Alle müssen zur weiterführenden Schule gehen und eine Berufsspezialisierung wählen, um ihre Schulpflicht zu erfüllen. Eine bewusste Entscheidung für die Berufswahl mit Wettbewerb um Ausbildungsplätze wie wir das aus Deutschland kennen findet im norwegischen System nicht statt. Alle werden mitgenommen. Im Gegensatz dazu stehen die Berufsschüler in Deutschland schon vorher im Wettbewerb um einen Ausbildungsplatz, was in der Regel die Motivation und das Interesse für die Ausbildung erhöht.

Wie gestaltet sich die Suche nach einem betrieblichen Ausbildungsplatz?

In der Regel schreibt ein norwegischer Auszubildender ein paar Bewerbungen, selten mehr als zehn, an potentiell interessante Unternehmen. Der Bewerber wird zum Vorstellungsgespräch eingeladen und erhält dann entsprechend eine Zusage oder Absage. Die Auswahlkriterien gestalten sich ähnlich wie bei uns nach persönlichem Eindruck im Gespräch und den Noten auf dem Zeugnis. Interessant ist, dass es hier auf den Schulzeugnissen eine Bewertung für Verhalten und Ordnung gibt, ähnlich wie die umstrittenen Kopfnoten in Deutschland. Die norwegischen Betriebe schätzen diese Noten sehr, aber auch in Norwegen ist die Notenvergabe nicht unstrittig. 

Unternehmen in Norwegen erhalten eine Aufwandsentschädigung für die betriebliche Ausbildung von Lehrlingen durch den Staat. Und diese Zulage soll ausreichen, den Großteil der Ausbildungskosten inklusive der Ausbildungsvergütung abzudecken. Das wäre in Deutschland derzeit undenkbar, Bildung hat in Deutschland einen anderen Wert. Tatsächlich scheint das Angebot an Auszubildungsplätzen höher zu sein, als die Zahl der Bewerber, insbesondere in Stavanger ist dies der Fall.

Die Ausbildungsbetriebe führen i.d.R. nur ein Vorstellungsgespräch mit einem Bewerber durch. Das Probearbeiten ist nicht üblich, da dies einer Art Ausbeutung nahe käme, die den sozialistisch eingestellten Norwegern absolut zuwider ist. Aufwendige Bewerbungsverfahren wie Assessment Center führen nur wenige große Firmen aus der Ölbranche in Stavanger durch. Diese Unternehmen sind wegen besonders guter Verdienstmöglichkeiten attraktiv für die zukünftigen Arbeitnehmer. Jedoch sind die Übernahmechancen derzeit gering, da in der Ölbranche stetig Jobs abgebaut werden. Der seit Dezember 2014 sinkende Ölpreis ist die Ursache dafür.

Wie viele Bewerbungen schreiben die Schüler im Durchschnitt bevor sie eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten? Wie viele Gespräche führen sie in der Regel bevor sie eine Ausbildungsstelle erhalten? Die Antworten darauf sind natürlich individuell unterschiedlich und reichen von nur einer Bewerbung und einem Gespräch bis hin zu fünf Bewerbungsgesprächen und entsprechend mehreren Bewerbungen. Das ist mit den Verhältnissen in Duisburg sicherlich nur schwer zu vergleichen. Duisburg hat das 38-fache an Einwohnern wie Egersund und eine fünfmal so hohe Arbeitslosenquote.

Fazit: Ist es nun angenehmer eine Ausbildung für Büromanagement in Deutschland  oder in Norwegen zu absolvieren? Beide Systeme haben Vorzüge. Hinsichtlich der Aussicht auf Beschäftigung kann Norwegen sicherlich punkten. Doch ich denke, dass unser deutsches Ausbildungssystem für motiviertere und engagiertere zukünftige Arbeitnehmer sorgt.

Klassemøter

Klassemøter wird ausgesprochen wie Klassemöter, aber es hat nichts mit dem Film „Spaceballs“ zu tun. Die deutsche Übersetzung wäre „Klassenkonferenz“. Das mag sich für deutsche Lehrer nach einer disziplinarischen Maßnahme anhören, ist hier allerdings nur ein kurzes Treffen von 45 Minuten mit allen Lehrern, die in einer Klasse unterrichten. Diese Treffen finden im Verlauf der sechsten bis achten Schuljahreswochen für alle Klassen an der Dalane Vidergående Skole statt in den Zeiten, welche im Stundenplan sowieso für Konferenzen eingeplant sind. In der letzten Woche war also das erste Drittel aller Klassen dran, in dieser Woche ist das nächste Drittel dran und in der kommenden Woche haben sich dann alle Klassen einmal getroffen.

Diese Treffen werden dazu genutzt, um frühzeitig disziplinarische Regelungen bei Problemen unter den Kollegen abzusprechen. Alle Lehrer, die in einer Klasse unterrichten, können hier zu Wort kommen. Es ist ebenso Zeit gegeben, um die Termine der Klassenarbeiten, Praktikumszeiten o.ä. abzusprechen. Der Klassenlehrer leitet und protokolliert das Treffen. Die Treffen an denen ich teilnehmen konnte waren interessant und vor allem kurz und knapp gehalten. Es gab keine ausschweifenden Diskussionen, das fand ich sehr professionell.

Aber an Treffen bzw. Møteplassen (Möteplassen) sind die Norweger wohl gewohnt. Ein Møteplass findet sich nämlich auch auf den norwegischen Straßen recht häufig. Diese sind teilweise so eng, dass es immer wieder Ausbuchtungen am Rand gibt, in die ein ausweichendes Fahrzeug hineinfahren kann. Wenn man Glück hat, dann gibt’s dazu noch ein blaues Straßenschild mit einen „M“ in weißer Schrift, um einen solchen Platz zu markieren.

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Wandern mit Wow-Effekt

Meine neue Lieblingsbeschäftigung neben der Schule hier in Egersund ist das Wandern, wie man sieht.

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Månafossen: das Wasser fällt hier 92 Meter in die Tiefe, 70 Autominuten von Egersund, kurze Wanderung mit steilem Anstieg, absolut empfehlenswert auch für Anfänger
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Brufjell Höhlen – 20 Meter über dem Meer an einem Gletschertopf.

Hier geht’s zu meinen Eindrücken über die Brufjell-Wanderung: https://frauhartkopf.wordpress.com/2015/09/01/brufjell-eine-weitere-wanderung/

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Kolbolten im Jøssingford – wird auch little Kjerag genannt

Ja, das bin ich wirklich auf dem Felsen dort, natürlich ohne Sicherungsseil;-) Die Wanderung dorthin dauert ca. 1 Stunde und ist gut ausgeschildert. Der Weg ist nur mit richtigen Wanderschuhen zu laufen und geht durch Berg und Tal, Stock und Stein. Man fühlt sich auf jeden Fall wie in einer Jack-Wolfskin-Werbung. Die An- und Abstiege sind nicht besonders steil, so dass ich sagen würde, diese Wanderung ist auch für Anfänger möglich, wenn sie über eine gute Kondition und Grundfitness verfügen. Die Wanderung beginnt vom Besucherparkplatz am Jøssingfjord. Von dort starten mehrere Wanderwege. Man sollte sich an die Schilder Richtung Sogndalstrand halten. Der Kolbolten-Weg ist größtenteils identisch mit der Wanderung zum Sogndalstrand jedoch viel kürzer. Die Schilder und Wegweise (rot/blaue Markierungen) helfen bei der Orientierung.

Die Anreise zu der Wanderung Kolbolten kann tatsächlich auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Egersund aus erfolgen, allerdings nur unter der Woche, da am Wochenende keine Busse fahren. So ist das halt hier auf dem Land.

Hello? Hello? – Sprachlabor im Einsatz

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Das ist ein perfekter Raum für Klassenarbeiten um das Abschreiben zu verhindern, oder nicht?

Nein , das ist ein gutes altes Sprachlabor mit dem man alle Schüler im Fremdsprachenunterricht zum Reden bekommt, auch diejenigen welche sich sonst vor der Klasse nicht trauen etwas zu sagen. Die Kopfhörer, die schallschluckenden Wände an den Seiten, das alles sorgt dafür, dass die Schüler sich nach kurzer Eingewöhnung frei äußern. Oder habt ihr nicht den Film „The King’s Speech“ gesehen in dem König Albert von Großbritannien mit diesem Trick sein Stottern teilweise überwindet?

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Die Software (Sanako) im Überblick ist einfach zu bedienen, jedoch braucht man eine kurze Einführung.

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Zielführende Funktionen aus Sicht eines Lehrer sind:

  • die Schüler können sowohl in Partnerarbeit als auch Gruppenarbeit tätig sein
  • die Paare können vom Lehrer festgelegt werden als auch zufällig durch das Programm festlegt werden
  • ich kann mich als Lehrer in jedes Schülergespräch einhören und direkt eine Rückmeldung im Gespräch geben (ich kann aber auch für die Schüler unbemerkt zuhören)
  • die Schüler können die Gespräche aufzeichnen und wieder anhören, so dass sie sich selbst korrigieren können
  • Ich kann diese aufgezeichneten Gespräche später als MP3 Datei exportieren und später noch mal einzeln oder vor der gesamten Klasse abspielen und auch beispielsweise für Bewertungszwecke verwenden IMG_2693

FAZIT: Braucht man so ein Sprachlabor? Ja, wenn man alle Funktionen nutzen möchte. Nein, wenn die Grundfunktion „Gespräche aufzeichnen“ausreichend ist. Mir ist aufgefallen, dass ich im Wesentlichen die Schüler auch mit ihren Smartphones Gespräche aufzeichnen lassen kann. Und weil ich erlebt habe, wie viel Spaß es den Schülern macht sich selbst aufzunehmen, werde ich das demnächst auch tun. Und wenn ich die Schüler dann noch bitte sich wegen minimaler Hintergrundgeräusche irgendwo außerhalb des Klassenraums aber im Schulgebäude aufzuhalten, dann könnte es spannend werden. Die Gespräche von den Smartphones kann ich über Lautsprecher im Klassenraum abspielen und mir die Dateien von den Schülernfür Bewertungszwecke zusenden lassen.